„Shogun“, ein Breitwand-Roman von James Clavell, war bereits 1980 in Serie im TV. Ich erinnere Bilder: der vergammelte Fasan, die vierkantigen Minikopfkissen (wie wohl man die sich „teilen” könnte?), Richard Chamberlain im Kimono und das maskenhafte Gesicht Yoko Shimadas; dazu die (unverstandenen) bellend, kehlige Sprache, die den Japanern zur Verständigung dient (dito nur schwer vorstellbar) … Erinnerungsinseln, halb verschüttet. Aufgetaucht, als ich kürzlich über das Hörbuch stolperte, gut gelesen von Julian Mehne, der offenbar auch japanisch spricht.
Essay
Vorsicht vor Form und Inhalt
Dem Samurai sein Schwert im Bauch
Verantwortung, Loyalität, Verrat, Tod
Bei Wolf Biermann heisst es (50 Jahre her), man solle immer einen Schritt zu weit gehen; (doch) auch das Zuweitgehen habe sein Mass. Für das zu weit Zuweitgehen gibt es unendlich viele Beispiele; ein für seine Übertreibungen beinahe geadeltes Austragungsfeld ist die akademische Sprache. Sie bemüht Christoph Möllers, um über die Kunst und die Freiheit nachzudenken.
Tabus sind laut oder leise, manche erscheinen sinnvoll, daneben gibt es schädliche. Sie grenzen aus, unterdrücken, lassen nicht stattfinden, was aber doch, abseits, subkutan, im Dunklen oder im Hintergrund, irgendwie wirksam ist. Zuweilen haben sie eine gesellschafts-hygienische Funktion und helfen bei der Vermeidung von Diskussionen, deren „offene“ Enden Schäden anrichten (würden): sie halten, sozusagen, Pandoras Büchsen geschlossen.