Nimm diesen Kalenderspruch von Ludwig Wittgenstein: „Die Grenzen Deiner Sprache sind die Grenzen Deiner Welt”. Dreh in um und …Du findest in Deiner Sprache die Welt. Analog: Du bist, was du isst; also: Du lebst, was Du redest; vermutlich richtig. Die kritische Paraphrase aber besagt: Die Sprache macht blind für alles, was sie nicht abbildet. Wiederum umgedreht, kannst Du, können sich, in Deiner Sprache Blindstellen oder Zugriffslücken verstecken.
Sprache
In den Wohngemeinschaften meiner Jugend- und Studentenzeit habe ich gelernt, dass ich – und ich glaube tatsächlich: dass man – mit jedem Menschen zusammenleben kann, sagen wir: ungefähr mit jedem und … schrittweise, es klappt nicht immer auf Anhieb. Auch psychisch krankhaft veranlagte Menschen meine ich nicht, aber ein durchaus breites Spektrum charakterlicher Originalitäten.
Gibt es eine Strategie des neo-liberalen Kapitals, durch sprachliche Schaukämpfe von den eigentlichen Problemen abzulenken?
Robert Pfaller fokussiert und diagnostiziert in seinem Buch „Erwachsenensprache“ eine Domestizierung des Bewusstseins, in deren Windschatten das vormals strahlende Licht der Aufklärung zu einer Befunzelung von Bewusstseinstrübungen verkommt.
„Sag, was Du meinst, dann bekommst Du, was Du willst“. Es war so einfach. Das Ding, die Sache und deren Bezeichnungen kamen zur Deckung – und die Welt war, was der Fall war; Kommunikation war möglich! „Nieder mit …, Hoch die …, We want the world, and we wan’it now!“
Klare Ansagen, so war das, damals.