Donald Trump

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Tabus sind laut oder leise, manche erscheinen sinnvoll, daneben gibt es schädliche. Sie grenzen aus, unterdrücken, lassen nicht stattfinden, was aber doch, abseits, subkutan, im Dunklen oder im Hintergrund, irgendwie wirksam ist. Zuweilen haben sie eine gesellschafts-hygienische Funktion und helfen bei der Vermeidung von Diskussionen, deren „offene“ Enden Schäden anrichten (würden): sie halten, sozusagen, Pandoras Büchsen geschlossen.

Meine Gedanken zum Jahreswechsel haben den Ereignissen nicht standgehalten. Über die Halbwertzeit dieser, meiner Revision wage ich keine Mutmassungen. Ein paar Überlegungen zur Ausrichtung des geopolitischen Denkens in Europa, so hoffe ich wenigstens, halten etwas länger – während sie zugleich rasche Wirkung beanspruchen ... Es war einmal ein Schutzschirm ...

Wie einst die Grünen, ist die AfD als eine Protestpartei gegründet worden; ihre ursprüngliche (im Kern auf die Abschaffung des Euros gerichtete) Zielsetzung ist in mehreren Häutungen verloren gegangen; Stück für Stück gerieten rechte, rechts-radikale, rechts-extreme, vor allem rassistische und schliesslich neo-faschistische Parolen auf den Sprechzettel von Parteifunktionären – Björn Höcke vorneweg – wenn auch nicht bis ins Parteiprogramm.
Jetzt ist die Debatte um ein Parteiverbot neuerlich aufgekommen.

„Und deshalb ist unsereins gezwungen, plötzlich richtig zu finden, was falsch ist: Die Aufrüstung Deutschlands und Europas – eine zwingende Notwendigkeit gegen die Übermacht der Autokraten“, sagt Harald Welzer (in FuturZwei, 33/25).

Nur: dabei bleibt es ja nicht.